Staatstheater Nürnberg
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Schauspiel

Nach­te­ta­ge

Freitag, 29.05.2026

22.00 Uhr

Vorstellung

SCHWELLENANGST – LESUNG

YALLA YALLA
Eintritt frei

3. Etage Foyer

SCHWELLENANGST – LESUNG

Obwohl das Sterben und der Tod zu den fundamentalsten menschlichen Erfahrungen gehören, haben wir beides heute weitgehend aus unserem alltäglichen Leben verdrängt. Sterben und Tod sind kaum eingebunden ins Alltägliche und Nahbare. Selten ist er Teil eines gewöhnlichen Gesprächs oder integriert in Diskussionen und Freund*innenkreise. Schwellenangst gibt es, weil die Annäherung an Sterben und Tod sehr schwierig sein kann. Weil uns Wissen gefehlt hat und das Vokabular für ein Gespräch über den Tod – und wir viele Berührungsängste hatten.

Während der Recherche haben wir die eigene Haltung oft verändert, versucht alles über Sterbeprozesse zu lernen, haben Sinnfragen verworfen, wollten Bestatterinnen werden und sind zu Agnostikerinnen geworden. Wir haben viele morbide Fragen gestellt und mehr denn jemals kapiert, dass ein Buch über den Tod zu schreiben vor allem bedeutet, sich Gedanken über Lebensverhältnisse zu machen. Egal in welcher Form, für Gespräche über das Sterben, den Tod und besonders für Trauer muss Raum geschaffen werden. Damit sind nicht zwingend vier Wände gemeint, sondern Gelegenheiten. Denn wir alle verlieren im Laufe unseres Lebens geliebte Menschen und dieser Verlust verändert uns unwiderruflich.

Im kleinen und im größeren Kontext braucht es ein Umfeld, das von Trauernden nicht verunsichert wird, sondern sich zu ihnen hin öffnet. Ein Sozialgefüge das Hilfestellung bietet, wie Verlust verarbeitet, wie Schmerz bewältigt und wie eine Erinnerungskultur etabliert werden kann, in der die Möglichkeit da ist, sich immer wieder mitzuteilen. Der Umgang mit der Sterblichkeit ist sozialisiert und somit auch kulturell weitergegeben. Dem Tabu können wir jetzt und in unserem engsten Wirkungskreis etwas entgegensetzen, indem wir beginnen, Fragen zu stellen und bestimmte Dinge einfach aus- und anzusprechen. Die Beschäftigung mit der Endlichkeit ist nichts, was eine Person nur für sich selbst tut, sie betrifft und beeinflusst immer auch eine ganze Gruppe von Personen, die mit ihr in Verbindung steht. Niemand ist eine Insel.

about
Wir, Luisa Stömer und Eva Wünsch, sind Illustratorinnen, Grafikerinnen und Autorinnen. Diese Disziplinen funktionieren separat und sie funktionieren zusammen – genauso wie wir beide. Seit vielen Jahren sind wir Freundinnen und auch beruflich ein Team. Als „büro wünsch & stömer“ etablieren wir dialogische Arbeits- und Designprozesse und stellen gemeinschaftliche Gestaltungsarbeit in den Mittelpunkt. Eine beginnt, die andere übernimmt, wirft um, ergänzt und gibt zurück. Das Ergebnis ist immer ein Zusammenspiel aus verschiedenen Techniken, Ideen, Reflexionen und Einflüssen aus vier Händen und zwei Köpfen.

schwellenanst

Thank God it’s Friday! Komme, was kommen mag, auf die Nachtetage jeden Freitagabend um 22 Uhr ist Verlass! Hier wird experimentiert, musiziert, diskutiert, gestritten und gefeiert – in wechselnden Formaten, mit immer neuen Menschen und dem liebevollsten Publikum der Stadt! Einfach rein ins Schauspielhaus, zweimal die Treppen rauf und schon wartet die schönste Minibühne des Theaters auf Neues, Ungewohntes, Kreatives: Jede Woche ein neuer Kick-Off für das Wochenende! Eintritt frei!

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Foto © Pedro Malinowski

Termine und Besetzung

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